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Stellungnahme Stadtrat Fahrplanentwurf 2019

Weiterführende Informationen http://www.bischofszell.ch

Der Fahrplan 2019 für den öffentlichen Verkehr liegt im Entwurf vor. Die Stadt Bischofszell nimmt dazu Stellung und kritisiert, dass der Halbstundentakt zwischen Weinfelden und St. Gallen nicht vollumfänglich eingeführt werden soll.

Zu den einzelnen Fahrplanverbindungen nimmt die Stadt wie folgt Stellung:


852 Weinfelden – St. Gallen / Kantone Thurgau und St. Gallen
Gemäss Fahrplanentwurf 2019 ist vorgesehen, die S5 nur zwischen Weinfelden und Bischofszell Stadt durchgehend alle 30 Minuten verkehren zu lassen, weiter nach St. Gallen soll sie wie bisher nur in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag/Abend von Montag bis Freitag alle 30 Minuten verkehren.
Dies widerspricht dem öV-Konzept des Kantons Thurgau, welches auf sämtlichen S-Bahn-Linien schrittweise einen durchgehenden Halbstundentakt vorsieht. Bei der S5 zwischen Weinfelden und St. Gallen war geplant, dass diese ab dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2018 von Montag bis Freitag 05.00 Uhr bis 20.00 Uhr durchgehend halbstündlich verkehrt.
Gemäss Mitteilung des Leiters Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen Ende Januar 2018 beteiligt sich der Kanton St. Gallen nicht an diesem Angebotsausbau der S5. Der Kanton St. Gallen habe in seinen Rechtsgrundlagen andere Zielvorgaben für Abgeltungen im öffentlichen Verkehr festgelegt, als sie der Kanton Thurgau kennt. Somit bliebe es ab Fahrplanwechsel 2019 beim Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten (von 5 Uhr bis 8 Uhr und 12 Uhr bis 19 Uhr), in den übrigen Zeiten verkehrt die S5 zwischen Bischofszell Stadt und St. Gallen im Stundentakt. Zwischen Weinfelden und Bischofszell Stadt dagegen würden die Züge gemäss Bestellung des Kantons Thurgau neu durchgehend im Halbstundentakt verkehren - auch am Wochenende.
Grundlage für den Entscheid des Kantons St. Gallen bildet die Verordnung über den öffentlichen Verkehr (VÖV / RB 710.51). Gemäss Art. 14 Abs. 2 VöV «leistet der Kanton Abgeltungen für Angebotsausbauten ausschliesslich für Linien, welche die Zielvorgaben erfüllen». Gemäss Art. 12 Abs. 2 VöV «kann ein Angebot, das die Mindestvorgaben nicht erfüllt, bestellt werden, wenn es eine kantonsübergreifende oder grenzüberschreitende Linie betrifft, die für den regionalen öffentlichen Verkehr wichtig ist». Gemäss Erläuterung des St. Galler Amtschefs sei damit «aber das bestehende Angebot (Grundangebot) gemeint, bei dem die Minimalvorgabe ausnahmsweise unterschritten werden kann».
Der Kostendeckungsgrad der Linie S5 Weinfelden–St. Gallen liege gemäss Offerte 2019 der Thurbo AG mit dem ergänzenden Ausbau zum durchgehenden Halbstundentakt zwischen 6 bis 20 Uhr (Montag–Freitag) bei 36.8% und damit deutlich unter der kantonalen Zielvorgabe gemäss VöV von 45%. Der Kanton St. Gallen werde aber die Situation auf der S5, die zu den schwächeren Bahnlinien im Kanton gehöre, beobachten. Sollte wider Erwarten die Nachfrage stark steigen, würde er «selbstverständlich prüfen, das Angebot zu verdichten».
Es erscheint relativ unwahrscheinlich, dass die Nachfrage «stark steigen» wird, ohne dass auch ein entsprechender Angebotsausbau erfolgt - trotz der zusätzlichen Halte unter anderem in Sitterdorf und Arnegg. Eher ist zu befürchten, dass die S5 zwischen Bischofszell Stadt und St. Gallen an Nachfrage verliert, insbesondere an den motorisierten Individualverkehr. Eine nochmalige Zunahme des MIV liegt aber klar nicht im Interesse der beteiligten Kantone und der Gemeinden.
Dem Kanton St. Gallen wird deshalb beantragt, von der Ausnahmebestimmung von Art. 12 Abs. 2 VöV Gebrauch zu machen. Dies zumindest für eine Versuchsphase von z. B. drei Jahren. Während dieser Zeit könnte beobachtet werden, ob sich ein verstärktes Angebot auch in Richtung St. Gallen auch in einer erhöhten Nachfrage niederschlägt.
Einem Verlust an Attraktivität des öffentlichen Verkehrs ist mit einem gut ausgebauten öV-Angebot entgegen zu treten. Oder wie es bereits im «Strategieplan öffentlicher Verkehr» der St. Galler Regierung von 2002 unter dem Leitsatz 3 heisst: «In erster Priorität forciert der Kanton den Ausbau der S-Bahn St. Gallen. Ein S-Bahnsystem besteht in der Regel aus Bahnlinien wenigstens im Halbstundentakt.»

Bei der Angebotsplanung gilt es insbesondere auch zu berücksichtigen, in welche Richtungen die grössten Pendlerbewegungen stattfinden. Aus dem Gemeindegebiet von Bischofszell liegen die Arbeitsorte mit der grössten Anzahl Bewegungen und somit das grösste Pendlerpotential in den Gemeinden St. Gallen (340) und Gossau (176) [vgl. Pendlerstatistik, Stand 2014]. Auf diesem Hintergrund ist es widersinnig, genau in dieser Richtung auf einen Angebotsausbau zu verzichten.

80.740 Uzwil–Oberbüren–Niederbüren–Bischofszell / Kantone Thurgau und St. Gallen sowie Gemeinde Niederbüren
Die Verlängerung des Stundentaktes am Abend bis 24 Uhr wird begrüsst.
Ärgerlich ist allerdings, dass die von uns bereits im Juni 2017 beanstandete Taktverschiebung des Postauto-Kurses zwischen Bischofszell und Uzwil um eine halbe Stunde nun auch im definitiven Fahrplanentwurf 2019 wieder vorgesehen ist.
Die Stadt Bischofszell weist erneut darauf hin, dass bei dieser Konstellation an Samstagen/Sonntagen in Verbindung mit dem Stundentakt zwischen Bischofszell Stadt und St. Gallen zwar drei Verbindungen von und nach Uzwil oder Wil bestehen, aber alle drei innert rund zehn Minuten (Abfahrten .23 bis .34)!
Auch zwischen Niederbüren und Oberbüren bewirkt diese Taktverschiebung, dass in Kombination mit dem Kurs 80.727 Niederbüren–Zuzwil–Oberbüren–Gossau SG auch unter der Woche in beiden Richtungen innert weniger Minuten zwei Busse zwischen den beiden Orten verkehren, dann aber während 50 Minuten kein Bus fährt. Dies dürfte auch kaum den Schulbedürfnissen des Oberstufenstandortes Oberbüren (Oberstufenzentrum Thurzelg) entsprechen.
Bischofszell beantragt deshalb nochmals, die bisherige Fahrplanlage beizubehalten. Damit wäre für Bischofszell Stadt weiterhin ein indirekter Halbstundentakt nach Uzwil-Wil (sowie Flughafen Kloten oder nach Zürich) auch am Wochenende gewährleistet. Bei einer Ankunft zur Minute .22 in Uzwil bestünden schlanke Anschlüssen nach Flawil-Gossau-St. Gallen (S1 ab .26) und nach Wil-Winterthur (IC ab .26).

80.943 Amriswil - Bischofszell Stadt / Kanton Thurgau
Die Ausdehnung des durchgehenden Halbstundentaktes von Montag-Freitag von 6 bis 20 Uhr wird begrüsst.
Wie bereits in unserer früheren Stellungnahme sieht die Stadt Bischofszell für die vorgeschlagenen Zusatzkurse Bischofszell-Zihlschlacht kaum ein ausgewiesenes Bedürfnis. Auch befürchtet die Stadt, dass diese aufgrund der Fahrplanlage in den Hauptverkehrszeiten nahe der Schliesszeiten der Bahnübergänge Sitterdorf und Bischofszell Stadt Instabilitäten ins Fahrplangefüge bringen.
Aus dem Fahrplanentwurf nicht ersichtlich wird, ob unser Vorschlag, zur Sicherstellung der Anschlüsse einen zusätzlichen Halt in Sitterdorf Bahnhof einzuschalten, berücksichtigt wurde. Aufgrund der oben geschilderten Problematik dürfte dies ohnehin kaum realisierbar sein. Ohnehin erscheint der Fahrplanentwurf für den «Zihlschlachter Sprinter» und die Abendkurse nach 20 Uhr auf der Linie 943 Amriswil - Bischofszell Stadt bereits jetzt sehr ambitioniert.

80.950 Bischofszell – St. Pelagiberg / Kanton Thurgau sowie Gemeinde Hauptwil-Gottshaus
Der neue Fahrplan entstand in einer engen Zusammenarbeit zwischen der öV-Stelle des Kantons Thurgau, der Volksschulgemeinde und den beteiligten Gemeinden Hauptwil-Gottshaus und Bischofszell. Grundsätzlich wird festgestellt, dass das Angebot gut auf die Schul- und Pendler-Bedürfnisse abgestimmt ist (die Prüfung durch die Volkschulgemeinde vorbehalten).
Bei der Fahrplanlage im Minutenbereich ist allerdings zu beanstanden, dass die Anschlüsse in Bischofszell Stadt bei einer Ankunft zur Minute .25 nur in Richtung Weinfelden gewährleistet sind. Dies entspricht nur einem kleineren Teil der Pendlerbedürfnisse. Insbesondere am Morgen ist zwingend zu gewährleisten, dass auch Anschlüsse in Richtung St. Gallen und Amriswil (-Romanshorn) gewährleistet sind. Sowohl aus dem Gemeindegebiet von Bischofszell als auch von Hauptwil-Gottshaus liegen die Arbeitsorte mit der grössten Anzahl Bewegungen und somit das grösste Pendlerpotential in den Gemeinden St. Gallen und Gossau (vgl. Pendlerstatistik, Stand 2014). Amriswil und Romanshorn sind wiederum wichtige Schul- und Ausbildungsorte für Menschen, welche auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind (Arbeitsheim Amriswil; Kantonsschule, SBW / 10. Schuljahr, Heilpädagogisches Zentrum und Sprachheilschule in Romanshorn).
Es wird deshalb dringend beantragt, die Taktlage des Busses St. Pelagiberg-Bischofszell insbesondere am Morgen und am frühen Abend um fünf Minuten vorzuverschieben, sodass die Ankunft in Bischofszell Stadt zur Minute .20 erfolgt. Damit wären die Anschlüsse in Richtung St. Gallen (Abfahrt .23) und Amriswil (Abfahrt .24) gewährleistet. Da gemäss dem aktuellen Fahrplanentwurf keine Durchbindung nach Zihlschlacht mehr vorgesehen ist, sollte dies bei den meisten Kursen realisierbar sein.
Besonders wichtig ist eine solche Vorverschiebung der Taktlage am Wochenende und an Feiertagen. Der im Fahrplanentwurf ausgewiesene Anschluss Richtung St. Gallen mit Abfahrt zur Minute .53 dürfte nämlich nicht zum Tragen kommen, da die S5 gemäss Fahrplanentwurf am Samstag / Sonntag und feiertags nur stündlich verkehrt. Somit müsste in Bischofszell Stadt effektiv 58 Minuten auf den Anschlusszug gewartet werden. Dies ist klar nicht akzeptabel.


Boris Binzegger, Stadtrat Ressort Bau und Verkehr

Zum Vernehmlassungsverfahren

Bis Sonntag, 17. Juni 2018 hat jedermann die Möglichkeit, zum Fahrplanentwurf 2019 Stellung zu nehmen. Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Stellungnahme beim zuständigen Kanton einreichen.

https://www.fahrplanentwurf.ch/de/stellungnahme.html

In dieser Phase des Fahrplanverfahrens geht es darum, allfällige fahrplantechnische Unstimmigkeiten zu verbessern. Die für den öffentlichen Verkehr zuständigen Stellen der Kantone werden die Stellungnahmen prüfen und im Sinne der Möglichkeiten berücksichtigen oder als Planungsgrundlage für die kommenden Fahrplanjahre vormerken.


Dokument Stellungnahme_Stadtrat_Fahrplanentwurf_2019.pdf (pdf, 233.2 kB)


Datum der Neuigkeit 11. Juni 2018