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Im Gedenken an Elmar Juchli


 Am vergangenen Freitag nahm eine grosse Trauergemeinde Abschied von Elmar Juchli, der am Donnerstag, den 6. Februar im Alter von 64 Jahren verstarb. Wohl litt der Verstorbene seit rund einem Jahr an einer heimtückischen Krankheit, die Behandlung versprach durchaus Besserung. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich im Januar aber rasch und leider verlor Elmar seinen Kampf gegen die Krankheit. Seiner Gattin Regina, seinen Töchtern Nadine und Eliane mit Familien entbieten wir unser aufrichtiges Beileid.

Aus dem Aargau in den Thurgau
Seinen Heimatkanton Aargau verliess Elmar Juchli mit 17. Neuer Wohnsitz war Romanshorn, wo er auf der Gemeinde eine KV-Lehre absolvierte. Mit 24 Jahren wurde er Gemeindeschreiber in Kesswil. Zu seinen Aufgabenbereichen gehörte einfach alles, von der Einwohnerkontrolle, über das Kassieramt, das Steueramt bis zur rechten Hand des Gemeindeammanns.

Der 1. Februar 1992 war für Bischofszell, aber auch für die Familie Juchli – wie ich später erfuhr – ein Glücksfall. Er trat seine Stelle als Gemeindeschreiber, später Stadtschreiber im Rathaus an und so gehörte es nun während 12 ½ Jahren beinahe zum Stadtbild, dass Elmar durch den Bogenturm und die Marktgasse zum Rathaus pilgerte, um dort seine vielfältigen Aufgaben mit grossem Sachwissen, zuverlässiger Arbeitshaltung, freundlichem Auftreten, Hilfsbereitschaft und Fachkompetenz auszuüben. Elmar war Stadtschreiber und Stadtkassier in Personalunion. Wie mir der jetzige Stadtammann versichert, ist das in der heutigen Zeit undenkbar. Elmar bewältigte diese Aufgaben mit Bravour und er war für mich als Stadtammann, aber auch für den ganzen Stadtrat Ansprechpartner, Auskunftsperson und Helfer, bezw. Unterstützer, in einfach sämtlichen Bereichen. In seine Zeit als Stadtschreiber fiel u. a. der Ausbau des Schwimmbades, viele Strassenausbauten, der Bau des ersten Kreisels, Einführen des Neujahrsempfangs im Rathaus, die Fusion der Stadt mit Halden, Schweizersholz und Stocken, Bau des neuen Vereinszentrums Bleiche und vieles mehr. Bischofszell hatte so rund 700 Einwohner mehr und Elmar bewältigte zusammen mit «seiner» Verwaltung die Mehrarbeit mit nur zusätzlichen 40 Stellenprozenten. Auch das zeigte sein Organisationstalent und seine Belastbarkeit auf eindrückliche Weise.

Ein geselliger Wegbegleiter
Elmar war kein «Kind von Traurigkeit». Er war auch nicht immer der Erste, der nach einer Stadtratssitzung nach Hause ging. Mit Herzblut war er dabei, als es in den Jahren 1998 und 2000 darum ging, zwei Feste vorzubereiten und zu feiern, nämlich 750 Jahre Stadtrecht und 850 Jahre urkundliche Ersterwähnung von Bischofszell. Elmar war Leiter des Festspiels im Jahre 2000, ein Spektakel, von dem heute in Bischofszell noch erzählt wird. Das Festspiel trug den Namen «vor luuter Vorsicht passiert öppis Küens». Elmar und der Stadtrat traten persönlich im Festspiel auf!

Elmar amtete bis zum 31. Juli 2004 als Stadtschreiber. Es spricht für Elmar, dass der heutige Stadtpräsident Thomas Weingart sagt: «Noch heute erinnert man sich im Rathaus gerne an die Zeit mit Elmar als Stadtschreiber. Er hat das öffentliche Leben in Bischofszell während rund 30 Jahren stark mitgeprägt und gestaltet». Diese Aussage wird dadurch unterstrichen, dass Elmar von 1999 bis 2007 Präsident der katholischen Kirchgemeinde war. In diese Zeit fiel u. a. die Bildung des Seelsorgeverbandes Bischofszell-Sitterdorf-St. Pelagiberg.

Wechsel von der Stadt zur Schule
Am 2. August 2004 trat Elmar die Stelle als Leiter der Bischofszeller Schulverwaltung an. Mit diesem Schritt, so vertraute er mir an, hoffe er, in ruhigere «Gewässer» zu gelangen, mit weniger Herumrennen, weniger Sitzungen, mehr Hintergrundarbeiten und trotzdem für die Öffentlichkeit tätig zu sein. Eben auch in Zukunft unterstützen und helfen, halt nun für jenen Bereich, in dem unsere Zukunft heranwächst. Elmar erwarb sich auch am neuen Arbeitsort schnell das Vertrauen seiner Vorgesetzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass auch die kantonalen Stellen im Bildungsbereich seinen Rat schätzten. Seine Arbeit war auch bei der Schulgemeinde von Loyalität, Seriosität und Verlässlichkeit geprägt. Halt eben typisch Elmar.

Mit dem Hinschied von Elmar Juchli verliert die Stadt Bischofszell eine engagierte Person. Wir müssen uns von einem lieben Mitmenschen verabschieden, dessen Leben durch Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und freundlichem Auftreten geprägt war. In seiner Person paarten sich diese Eigenschaften zusätzlich mit einem geselligen Wesen und dem Geniessen des «Moments». Elmar, als unser Mitmensch, als Freund, wird in vielen Herzen weiterleben.

Bernhard Koch, ehemaliger Stadtammann Bischofszell

 

 


Baum
 

Dokument Im_Gedenken_an_Elmar_Juchli.pdf (pdf, 200.7 kB)


Datum der Neuigkeit 17. Feb. 2020