Hängebrücke Halden
Mit der geplanten Hängebrücke zwischen Bischofszell und Halden soll eine sichere und nachhaltige Verbindung über den instabilen Strassenabschnitt geschaffen werden.
Die direkte Zufahrtstrasse von Bischofszell nach Halden ist seit Mai 2016 gesperrt. Grund sind verschiedene Rutschungen im Lauf der Jahre, die einerseits durch die Geologie des Hanges und andererseits durch die Thur verursacht wurden. In Zusammenarbeit mit Kanton und Bund bemühte sich der Stadtrat um die Sanierung der Strasse. Der Stadtrat unterbreitete den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern im Juni 2024 ein Sanierungsprojekt, was der Souverän jedoch ablehnte. Die Gesamtkosten für die Sanierung der bestehenden Strasse hätten sich auf ca. CHF 4,5 Mio. belaufen. Der Projektperimeter erstreckte sich ca. 150 m entlang der abgerutschten Strasse und schloss die Thur sowie die Uferböschung ein. Im Januar 2025 musste der Strassenabschnitt zwischen Bischofszell und dem Ortsteil Halden für sämtliche Verkehrsteilnehmende aus Sicherheitsgründen gänzlich gesperrt werden, dies auf Empfehlung eines geologischen Gutachtens, welches der Stadtrat in seiner Verantwortung nicht ignorieren durfte. Die Verbindung aber blieb ein Bedürfnis. Immer wieder wird die Sperrung, die von der Stadt eingerichtet wurde, umgangen. Die Vorrichtung wird – teils mit massiver Gewalt - regelmässig zerstört. Die Stadt hat Anzeige wegen Sachbeschädigung eingereicht. Der Stadtrat liess prüfen, ob an Ort und Stelle der Bau einer Hängebrücke realisierbar wäre. Mit der entsprechenden Machbarkeitsstudie hat er die Firma Swissrope aus Frutigen beauftragt. Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine rund 125 Meter lange Hängebrücke zwischen Bischofszell und Halden technisch und geologisch realisierbar ist.
Die Brücke soll den instabilen und mehrfach abgerutschten Strassenabschnitt entlang der Thur ersetzen und dabei keine zusätzlichen Risiken für den Hang verursachen. Vorgesehen ist eine rollstuhl- und velotaugliche Fussgängerbrücke mit 1,30 m Breite, geringer Steigung sowie einem rutschhemmenden Gitterrostboden. Die Verankerungen würden tief im stabilen Untergrund eingebracht, sodass auch zukünftige Unterspülungen der Thur die Konstruktion nicht gefährden. Die Stadt ist mit einer Anfrage an den Kanton gelangt, ob dieser sich an den Kosten von insgesamt rund einer Million Franken beteiligen würde. Die Antwort steht noch aus. Erst danach wird der Stadtrat entscheiden, inwiefern er das Projekt weiterverfolgt.
Ausserdem sieht sich der Stadtrat mit einer Aufsichtsbeschwerde konfrontiert, die von einem Verein und drei Privatpersonen bei den kantonalen Behörden eingereicht wurde. Die Beschwerde steht im Zusammenhang mit dem Hangrutsch Haldenstrasse. Der Stadt wird vorgeworfen, den aus Sicht der Beschwerdeführer gesetzlich vorgeschriebenen Unterhalt der Strasse zu unterlassen und die notwendigen Sanierungsmassnahmen nicht zu ergreifen. Der Stadtrat wird sich bis Ende August beim kantonalen Departement für Bau und Umwelt zu der Beschwerde vernehmen lassen.
Stand August 2026 / nächste Aktualisierung Januar 2027